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ÜBER DEN DÄCHERN VON HAMBURG

DACHGESCHOSSERWEITERUNG EINES DENKMALGESCHÜTZTEN GEBÄUDES
ORT:HAMBURG-HARVESTEHUDE
TYP:MAISONETTEWOHNUNGEN
FLÄCHE:1.375 M² BGF
REALISIERUNG:2012 – 2015
Schaut man vom Mittelweg nach oben, sieht es aus, als habe das imposante Wohn- und Geschäftshaus an der Ecke Böttgerstraße ein neues schwarzes Dach erhalten. Erst auf den zweiten oder dritten Blick erkennt man, dass hier eine ausgeklügelte, die Linienführung der Fassade fortführende Lamellenkonstruktion die Kubatur eines Mansarddaches andeutet. Dahinter verbergen sich sechs moderne, von Licht durchflutete Maisonette-Wohnungen mitten im schönen Stadtteil Harvestehude.
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Ursprünglich war nur die Sanierung des Dachstuhls geplant. Nach umfassender Analyse der Substanz erkannten Stoeppler und Nachtwey das unerhörte Potential des etwas in die Jahre gekommenen herrschaftlichen Jugendstil-Wohnhauses von 1906/1907.
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Nicht zuletzt der weite Ausblick auf Hamburgs schöne Stadtsilhouette, die von der Innenstadt zum Michel, auf den Hafen, die neue Elbphilharmonie und am Fernsehturm vorbei weit in Richtung Westen reicht, veranlasste sie dazu, den Hausherrn für eine generelle Neukonzeption zu begeistern. Zusammen mit dem Entfernen des alten Dachstuhls zugunsten eines Neuaufbaus wurde das gesamte Gebäude einer äußeren und teilweise inneren Sanierung unterzogen.
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Mit Feingefühl und Erfahrung wurden die heutigen Ansprüche an Komfort und Sicherheit mit den vorhandenen historischen Qualitäten in Einklang gebracht.
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So erhielt zum Beispiel der originale alte Fahrstuhl nicht nur eine denkmalgerechte Aufarbeitung und eine Aufstockung zum neuen Dachgeschoss, sondern auch ein fein auf die Details und Farben des Treppenhauses abgestimmtes Gehäuse aus einer leichten Stahl-Glas-Konstruktion. Zusammen mit der Fortführung des Treppenhauses durch die Nachbildung des Eichenholzgeländers, der originalgetreuen Wandgestaltung und des moosgrünen Linoleums wurde hier ein Übergang in die Moderne vollzogen.
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Der gesamte neue Baukörper folgt der Prämisse, den höchst möglichen Wohn- und Lebenskomfort zu erzielen ohne die Wirkung und Qualität des Gebäudes zu beeinträchtigen. So entschied man sich für den mehr als meterbreiten mit breiten Sonnenschutzlamellen überdeckten Terrassenumgang, der eine voll verglaste Front in allen Wohnungen ermöglicht.
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Unter Berücksichtigung der optimalen Sicht- und Lichtachsen nach außen wie nach innen entwickelten Stoeppler und Nachtwey den nach oben mehrfach gefalteten Baukörper. So überzeugen die loftartigen Wohn- und Küchenbereiche mit ihren Galerien und offenen Treppen durch ihre Helligkeit. Die Eichenholzböden der Wohngeschosse setzen sich jeweils über wohlproportionierte einläufige Treppen auf die Galerieebenen bis zu den großen und gut geschützten Dachterrassen fort.
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Die bis ins Detail ausgeklügelte Erweiterung steht auf einem eigenen Tragwerk aus Stahl und Beton, dessen neue Lasten über Stahlbetonpfeiler in den Lichtschächten in die Gründungsebene geführt wird.
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Stoeppler und Nachtwey setzen mit diesem Projekt ein Zeichen für die sinnvolle städtebauliche Entwicklung des WEITERBAUENS im Bestand. Sie konnten unter Beweis stellen, dass die nachhaltige Verdichtung der Stadt bei Bewahren und Weiterentwickeln der historischen Substanz auf sehr moderne Weise gelingen kann.
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Projekt­daten

Projekt

  • TypMaisonettewohnungen mit Dachterrassen
  • StandortHamburg-Harvestehude

Zeitraum

  • Planung, Realisierung2012 – 2015

Umfang

  • Gesamtfläche1.375 m² BGF
  • Leistungsphasen HOAI1–8

Credits

  • ENTWURF, PROJEKTLEITUNGUldis Stoeppler & René Nachtwey
  • FotografiePiet Niemann
  • TextKristina Faust, Uldis Stoeppler

Veröffentlichungen

Architektur in Hamburg Jahrbuch 2016, Junius, Hamburg 2016
CUBE, Das Hamburger Magazin für Architektur, 01|2018
stylus, Das Metropolmagazin, 01|2018
Ausgezeichneter Stahlbau, Callwey bauforumstahl, 2018